Kunst | Kultur

Schauspielerin

Anna Tenta (*1977) aufgewachsen in Frankreich und der Schweiz, steht seit ihrer Jugend auf der Bühne und vor der Kamera. Zuerst als Tänzerin und anschliessend als Schauspielerin. Heute lebt sie mit ihrem Sohn Johnny in Brüssel.

Anna Tenta, was waren die Highlights Ihrer bisherigen Laufbahn?

Anna Tenta: Das grösste Highlight ist vielleicht die Tatsache, dass ich das, was ich mir in den Kopf setze, auch wirklich realisieren und ausleben darf. Erst die Tanzerei, dann der Wechsel zum Schauspiel. Ich weiss das ist nicht selbstverständlich. Ich habe grosses Glück.

Als Tanzschaffende ist mir die Zeit in Zürich in besonders schöner und vogelfreier Erinnerung. – Zum Beispiel konnte ich in am Tanzhaus Zürich eigene Projekte realisieren. Im Ausland habe ich unter anderem als Gast bei der Forsythe Company getanzt. Sehr gerne erinnere ich mich auch an die Zusammenarbeit mit Violetta Spataro und Salome Schneebeli.

Nun leben Sie in Brüssel?

Ja, der Wechsel zur Schauspielerei hat mich dann vor etwas über vier Jahren nach Belgien gebracht, wo mir damals eine durchgehende Serienrolle auf Flämisch angeboten wurde, sowie eine schöne Rolle im Kinofilm »Le tout nouveau Testament«, – mit dem wir in Cannes waren und eine Golden-Globe-Nominierung erhielten.
Ich lebe nun immer noch in Brüssel und arbeite in mehreren Sprachen.
Definitiv ein Highlight war die Rolle in der BBC-Serie »Our Girl«. Auch der Film, den ich aktuell gerade hier in Italien drehe (»Freaks Out«, Regie: Gabriele Mainetti) gehört dazu. Nächstens komme ich wieder in die Schweiz für einen Filmdreh mit Regisseurin Sabine Boss. Sie ist eine tolle Frau!

Sie drehen nun vor allem Filme?

In den letzten Jahren schon. Ich bin so gut wie gar nicht mehr auf der Bühne. Das lässt sich leichter vereinbaren mit dem Mama-Sein und es entspricht eher meinem doch etwas introvertiertem Naturell. Wenn es sich zeitlich einrichten lässt, unterrichte ich auch am SEAD in Salzburg »Acting« for Dancers. Es ist ein sehr schönes Gefühl, etwas an die jüngere Generation weitergeben zu können.

Und die Schweiz? 

Manchmal hab ich schon ziemlich Heimweh nach der Schweiz, nach langjährigen Freundschaften und der Familie … Wer weiss, vielleicht ziehen wir eines Tages um und haben wieder Zürich als Basis.

Tänzerin, Schauspielerin: Haben Sie noch weitere (verborgene) Talente?

Oh, ich mache viele Dinge sehr gerne, das meiste davon hat mit Kunst zu tun: Ich zeichne, stümpere musikalisch vor mich hin, und schreibe. Aber alles einfach für mich, ohne Anspruch auf Vollkommenheit.
Beim Schauspielern habe ich manchmal Gelegenheit, Dinge, die ansonsten im Verborgenen schlummern an die Oberfläche zu lassen. Gerade anfangs Jahr habe ich in Amsterdam gedreht und meine Rolle musste auf einer E-Gitarre Lacrimosa von Mozart spielen. Uff, da war ich sehr froh, dass ich nicht zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand hatte!

Yoga hilft mir, mich zu zentrieren und gehört auch zu meinem Alltag. Ich mag Pferde und überhaupt alle Tiere – mit Ausnahme der lästigen Mücken!

Gibt es Frauen, die unsere Leser_innen unbedingt kennen sollten?

Da kommt mir spontan gleich eine ganze Heerschar an tollen Frauen in den Sinn! Wie wäre es denn mit Catja Loepfe? Die nun das Tanzhaus Zürich leitet und »Zürich tanzt« aufgebaut hat? Auch Salome Schneebeli, Eugenie Rebetez, Meret Schlegel, Sabine Boss und die Casterin Ruth Hirschfeld wären doch allesamt sehr spannende Frauenzimmer für ein Interview!

Fotos:
Titelbild: Laurent Ziegler
Foto s/w: ​Wolfganz Zac

www.annatenta.com