Politik

Ein engagiertes Leben

Therese Frösch (*1951), frühere Politikerin in zahlreichen Funktionen und Ämter. Seit 2014 Co-Präsidentin der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS)

Frau Frösch, Sie waren Ihr ganzes Leben lang politisch tätig. Wenn Sie nun zurückschauen: Was war gut, was weniger gut?

Therese Frösch: Als Aktivistin in Frauen-, Umwelt-, Friedens- und Gewerkschaftsbewegungen fühlte ich mich in den 70er-/80er-Jahren sehr wohl. Es war immer etwas los. Ich lernte von der Pike auf die politische Aufbau- und Vernetzungsarbeit. Wir konnten etwas bewegen (Mutterschaftsschutz, Verhinderung Kaiseraugst etc.). Es gab Feste und bunte, grosse Demos (Walddemo, Friedensdemo, Stopp the Army, etc.). Das war gut. Danach überlegten wir uns (ich mir) den Gang in die Institutionen, weil die ausserparlamentarische Opposition allein nicht reicht für notwendige Veränderungen. Es braucht die beiden Beine: zivilgesellschaftliche Bewegungen und Regierungs- und Parlamentsarbeit. Im Dezember 1992 wurde ich in die Stadtberner Regierung gewählt, wo ich die Finanzen übernahm. Es wurden zwölf wichtige und erfolgreiche Jahre, vor allem, weil Rot-Grün-Mitte in Bern die Mehrheiten in Regierung und Parlament stellte. Die Konjunktur war schwach, aber wir konnten doch einiges bewirken. Danach folgten acht Jahre Nationalrat. Das war weniger mein Ding. Ich war geprägt durch die Gestaltungsmöglichkeiten in Bewegungen und Regierung. Ein Highlight gab es 2007, als die Grünen massiv zulegten und neu zwei Ständeräte stellten. Alles in allem aber lag mir der Nationalrat weniger als das, was vorher war.

Welche bemerkenswerten Frauen in der Schweiz sollten unsere Leserinnen kennen?

Therese Frösch: Ruth Dreifuss, Claudia Kaufmann, Regula Rytz, Joy Matter, Simonetta Sommaruga, Flavia Kleiner

Foto: BŽatrice Devnes

Weiterführende Links:

> SKOS, Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe
> Ruth Dreifuss, ehemalige Bundesrätin (Geschichte der Sozialen Sicherheit)
> Claudia Kaufmann, Ombudsfrau der Stadt Zürich und ehemalige Generalsekretärin des Eidgenössischen Departements des Innern (Stadt Zürich)
> Flavia Kleiner (Operation Libero)
> Joy Matter  (Wikipedia)
> Regula Rytz,Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Partei Schweiz
> Simonetta Sommaruga, Bundesrätin, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD

2 Kommentare

  1. Ueli Spring sagt

    eine tolle Präsidentin des Contact Bern. ca 5 jahre gemeinsame Mitgliedschaft des stiftungsausschuss

  2. Rosmarie Hidber sagt

    Theres Frösch hat vor 30 Jahren den Eltern geraten, dass die Lehrlinge daheim einen Anreil vom Lohn abgeben solten . Das haben wir so gemacht ind galten als Rabeneltern. Dafür hatten wir später keine Lämpen, als sie ans ‚Haushaltungsgeld‘ beisteuern mussten. Selbstverständlich bezahlten die Jungs, ohne aenn und aber… Danke Trudi Frösch!

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