Gesellschaft, Medienfrauen, Neueste

Die Verlegerin

Dr. Ellen Ringier ist Präsidentin der Stiftung Elternsein und Herausgeberin des Schweizer Eltern-Magazins «Fritz und Fränzi».

Frau Dr. Ringier, Sie haben das Elternmagazin «Fritz und Fränzi» ins Leben gerufen. Was ist das Ziel des Magazins?

Ellen Ringier: Wir verfolgen zwei Ziele: Zum einen möchten wir unter dem Stichwort «Elternbildung», den Eltern möglichst viel Wissen zur Bewältigung der zusehends anspruchsvoller werdenden Erziehungsaufgabe vermitteln.
Zum anderen geht es uns auch darum, die Öffentlichkeit zum Thema «Erziehungsaufgabe» zu sensibilisieren, eine Aufgabe, die viel zu wenig geschätzt wird.

Mit Ihrer Stiftung «Elternsein» unterstützen Sie Familien. Weshalb interessiert Sie vor allem das Thema «Familie»?

Ich bin der Auffassung, dass die wichtigsten Eigenschaften eines Menschen, der ja auch Mit-Bürger ist, im Sozialverhalten liegen. Empathie, Rücksichtnahme, Respekt etc. sind Eigenschaften, die man zu Hause in der Familie lernt. Die Funktionstüchtigkeit der Familie ist damit ein zentrales Element mit Bezug auf das Gelingen eines friedlichen Zusammenlebens in einer Gesellschaft.

Woher kommt dieser Wunsch, anderen zu helfen?

Ich bin unendlich dankbar dafür, dass mich der Storch nicht über Syrien abgeworfen hat! Ich könnte mein Glück nicht geniessen, wenn ich andere daran nichts teilhaben lassen könnte …

Sie waren immer eigenständig, haben sich bewusst dafür entschieden Ihre Projekte ohne die finanzielle Hilfe Ihres vermögenden Mannes durchzuziehen. Würden Sie sich als Feministin bezeichnen?

Was hat man als Enkelin für ein Glück, wenn man einen Grossvater hat, der schon vor 67 Jahren der Meinung war, Töchter beziehungsweise Enkelinnen sollten nicht von einem Mann abhängig sein!
Und: Bin ich eine Feministin, wenn ich von Frauen infolge ihrer Empathiefähigkeit ausgesprochen viel halte?

Was halten Sie von Frauenquoten?

Wenn sich die Männerwelt der Partizipation von Frauen auf allen politischen und wirtschaftlichen Ebenen widersetzen, wird man zum letzten Mittel greifen müssen, der Frauenquote.

Und noch eine Frage zum Schluss: Welche inspirierenden Frauen sollten unsere Leser_innen kennen?

Eleanor Roosvelt, Golda Meir, Indira Ghandi genauso wie Sophie Scholl oder Rosa Luxemburg, alles Frauen mit dem Mut, den Lauf der Geschichte gestalten zu wollen. Heute zolle ich Angela Merkel Respekt für ihre unaufgeregte Hingabe an ihre Aufgabe. Der Kreis der beeindruckenden Frauen von früher und heute ist zu gross, ich muss passen!

©Foto: Dr. Ellen Ringier

> Stiftung Elternsein
> Fritz und Fränzi