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Hilfsprojekt für Frauen

Iris Schmidlin (*1965), Naturheilpraktikerin mit eidgenössischem Diplom in TCM, initiierte im Jahr 2009 das Hilfsprojekt »Chinesische Medizin und Gesundheitsschulung für benachteiligte Frauen« im Palästinensischen Flüchtlingslager Baga’a Jordanien.

Frau Schmidlin, Sie haben vor einigen Jahren ein Hilfsprojekt für Frauen in Jordanien aufgebaut. Wie kam es dazu?

Iris Schmidlin: Der Wunsch mich für benachteiligte Menschen zu engagieren, begleitete mich schon als junge Frau. Die Chinesische Medizin erschien mir, für mein Vorhaben sehr geeignet, da sie mit wenig Grundwissen erfolgreich angewendet werden kann. Ich war überzeugt, dass sie auch armen und benachteiligten Frauen von grossem Nutzen sein kann und ihre Lebensqualität verbessert.

Nach mehreren Reisen in den Nahen Osten und vielen ergreifenden Begegnungen und Gesprächen mit den Frauen in Syrien und Jordanien, entschloss ich mich für ein eigenes Hilfsprojekt „Präventivmedizinische Grundversorgung und Gesundheitsförderung von Frauen“ auf der Basis der Chinesischen Medizin und Ernährungslehre aufzubauen.

Bis ich meine Arbeit im palästinensischen Flüchtlingslager Baqa’a jedoch beginnen konnte, musste ich vor Ort in Jordanien viele Hürden überwinden. Eine russische Aerztin, die in Baqa’a eine gynäkologische Praxis führt, unterstützte mein Vorhaben. Anfänglich konnte ich in ihrer Praxis Frauen und Mädchen mit Akupunktur und Chinesischen Kräutern behandeln. Schnell wurde meine Arbeit im Flüchtlingslager bekannt und ich kam mit der Direktorin des islamischen Frauenzentrums in Kontakt und sie war sehr interessiert und begeistert, dass ich Frauen in chinesischer Medizin, Akupressur und Ernährungslehre unterrichten wollte. Dies war der Anfang einer intensiven Zusammenarbeit.

Und wie ist es weitergegangen nach Ihrer Rückkehr in die Schweiz?

Ich reise noch immer regelmässig nach Jordanien. Anfänglich waren es 3 Mal 3 Wochen im Jahr, um sie möglichst intensiv betreuen und unterrichten zu können. Heute gehe noch 1-2 Mal pro Jahr die Frauen besuchen und mache mit ihnen Weiterbildungen. Während meiner Abwesenheit lernten und übten sie miteinander. Mittlerweile sind die von mir angelernten Frauen selbstständig und geben das gelernte Wissen an andere Frauen weiter oder machen Behandlungen mit Akupressur.

Dank der finanziellen Unterstützung von Freunden und Bekannten meines Vereins Imra’a wurde das kleine Hilfsprojekt ein Erfolg.

> Webseite von Iris Schmidlin

1 Kommentare

  1. Annemarie Herzig sagt

    Eindrücklich was Iris Schmidlin in Jordanien für arme und benachteiligte Frauen geleistet hat. Ist es doch eine ganz andere Kultur und andere Religion. Das heisst viele Spannungs-felder!
    Ich habe sie zusammen mit einer andern Freundin in Jordanien während ihrer Arbeit besucht und war sehr beeindruckt. Und es freut mich sehr, dass die von ihr angelernten Frauen bereits selbständig arbeiten und das gelernte Wissen weiteren Frauen vermitteln.
    Annemarie Herzig

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