Gesellschaft

Die Imkerin

Die Leidenschaft fürs Imkern und für die Bienen hat Anna Hochreutener (*1984) von ihren Eltern, die sie bereits als Kind mit zu den Bienen mitnahmen. Die Imkerin ist Mitbesitzerin von Wabe3, der jungen, innovativen Imkerei über Zürichs Dächer.

Frau Hochreutener, welches sind die Aufgaben einer Imkerin?

Anna Hochreutener: Als Imkerin schaue ich, dass es meinen Bienen gut geht. Zum Beispiel stelle ich sicher, dass die Bienen gesund sind und sie an einem Ort stehen, wo sie ein gutes Blütenangebot haben. In der Stadt ist das gut gegeben. Deshalb haben wir auch eine gute Honigproduktion.
Ganz allgemein: Ich biete den Bienen ein optimales Zuhause in dem sie sich wohlfühlen und gedeihen.

Wieviel Honig produzieren Ihre Bienen pro Jahr?

Wir rechnen mit etwa 25 bis 35 Kilogramm Honig pro Volk und Jahr. Zurzeit bewirtschaften wir etwas mehr als 100 Bienenvölker auf elf Standorte verteilt.

Immer auf Hochhäuser?

Nein, nur zehn davon. Der elfte Standort, auf der Brache Guggach beim Bucheggplatz, ist unser Lehrbienenstand, an dem wir Schulklassenführungen durchführen und Imkerkurse geben. Für unsere Imkerkurse und die Schulklassen macht es Sinn, dass der Bienenstand öffentlich zugänglich und sicher ist.

Wie viele Personen sind bei Wabe3 tätig?

Die Bienen betreuen wir zu zweit – Tom und ich. Im Laden kümmern sich meine Ladenpartnerin und eine weitere Mitarbeiterin um den Verkauf. Sie helfen auch bei der Produktion mit. Bei den Schulklassenführungen unterstützt uns Julia, eine junge, motivierte angehende Imkerin.

Wonach schmeckt Ihr Stadthonig? Gibt es eine bestimmte Pflanze, die den Geschmack bestimmt?

Das ist schwierig zu sagen. Unser Honig schmeckt sehr vielfältig – genau so vielfältig wie die Blütenpracht in der Stadt. Der Sommerhonig enthält jedoch meistens Linde, die durch das Gemisch zu erkennen ist. Der Frühlingshonig hat oft einen Anteil «Falsche Akazie» (Robinie) und ist eher lieblich, süss mit einer leichten Caramel- und Vanillenote.

Was vermitteln Sie in Ihren Kursen und Führungen?

Bei den Patenschaften und Führungen bekommen die Besucher_innen einen Eindruck davon was ein Bienenvolk macht, was die Arbeiten der Imkerin sind und wie ein Bienen- und Imkerjahr aussieht. Bei den Kursen tauchen wir tiefer in das Thema ein. Wir bilden auch Imker_innen aus. Die Ausbildung dauert zwei Jahre.

Zum ersten Mal vor einem Bienenvolk zu stehen und zu sehen, hören und fühlen, wie es summt, brummt und arbeitet, ist für die meisten Besucher_innen ein beeindruckendes Erlebnis.

> www.wabe3.ch