Forscherin, Gesellschaft

Datenschutz | Prämierte Studentinnen

Monica Oliveira, Leslie Iseli und Natalia Rasstrigina haben den Medienpreis des Berufsverbands der Datenschutzbeauftragten Deutschlands erhalten. Das prämierte Video macht Jugendliche auf die Gefahren der Selbstdarstellung in den sozialen Medien aufmerksam.
Bereits im Jahr 2017 hatten die drei Studentinnen beim Youtube-Wettbewerb des Zürcher Datenschutzbeauftragen den dritten Platz geholt.
Die Produktion entstand unter Leitung von Professorin Ines Jansky im Rahmen des Bachelorstudiengangs Multimedia Production (MMP) der HTW Chur.

Monica Oliveira, Leslie Iseli, Natalia Rasstrigina: Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Video gekommen?

Leslie: Wir wollten kein Video produzieren, dass Jugendliche abrät, auf Social Media Bilder zu posten. Die sozialen Medien haben viele tolle Aspekte, sie ermöglichen Austausch und bieten kreative Inspiration. Das einzige Problem ist, dass manche Jugendliche leichtsinnig vertrauliche Informationen, wie zum Beispiel all ihre Standorte, online teilen. Wir wollten den Jugendlichen aufzeigen, wie sie mit wenigen Klicks ihre Privatsphäre schützen können.

Monica: Das Video ist im Rahmen einer Projektarbeit unserer Hochschule der HTW Chur im Studiengang Multimedia Production entstanden. Zum Video haben wir eine ganze Kampagnenstrategie erarbeitet. Wir haben recherchiert und evaluiert, was Jugendliche anspricht. Von Anfang an war für uns klar, dass das Video kurz sein sollte. Eine weitere Idee war, das Video so realitätsnah wie möglich zu gestalten, damit sich die Jugendlichen angesprochen fühlen und sich in die Situation hineinversetzen können. Das Video kommt ohne Dialog aus. Das ist praktisch, da heute viele Jugendliche Videos ohne Audio konsumieren.

Natalia: Jungen Menschen etwas zu verbieten hat noch nie etwas genützt. Viel wichtiger war es uns, die Zielgruppe zu sensibilisieren. Viele junge Menschen wissen gar nicht, was mit ihren Daten alles angestellt werden könnte. Wir wollten durch eine simple und etwas überspitze Geschichte eines Individuums aufzeigen, was passieren kann, wenn man leichtsinnig mit eigenen Informationen umgeht und wie man sich dagegen schützen kann.

Haben die Prämierungen Sie dazu ermutigt, etwas an Ihrem Leben zu ändern?

Leslie: Ich bin selbst auf fast allen sozialen Medien sehr aktiv. Natürlich achte ich darauf, meinen Wohnort und weitere sehr vertrauliche Daten nicht preiszugeben. Durch meinen Job im Online-Marketing sehe ich täglich, wieviele Daten Facebook und Instagram sammeln und auswerten. Alles hat immer zwei Seiten – ich lasse mich weiterhin gerne auf Instagram und weiteren sozialen Netzwerken von schönen Fotos inspirieren oder teile Momente mit meinen Freunden.

Monica: Vor der Erstellung des Videos, der Annäherung an die Thematik sowie der Prämierung berührte mich das Thema Datenschutz nicht sonderlich. Datenschutz betrifft uns jedoch tagtäglich und wird in Zukunft immer wichtiger sein. Wir sollten wissen, was mit unseren Daten geschieht, für welche Zwecke sie genutzt werden und an welchem Punkt sie missbraucht werden können. Vor der Prämierung dachte ich immer, das Thema Datenschutz sei zu technisch für mich. Nun sehe ich es auch von einer emotionaleren Seite. Ich finde es beängstigend, wenn ich daran denke, dass Politiker die sozialen Netzwerke ausnutzen. Dass sie den Wahlkampf durch Facebook & Co. manipulieren können, nur damit sie gewählt werden. Unter anderem der Fall Cambridge Analytica löste in mir ein Umdenken aus.

Natalia: Ich würde sagen, dass nicht die Prämierungen, sondern die Chance sich gezielt mit einem solchen Thema auseinander zu setzen uns die Möglichkeit gab auch Änderungen im eigenen Leben vorzunehmen. An Anfang waren auch wir nur Laien, die sich nicht gross mit Datenschutz beschäftigt hatten. Die Prämierungen waren nur eine schöne Bestätigung, dass das Thema aktuell ist und auch von der heutigen Gesellschaft immer wieder aufgegriffen wird. Im privaten Rahmen nutze auch ich immer noch Social Media. Heute schaue ich jedoch, dass ich möglichst wenige personenbezogene Daten von mir freigebe.

© Foto: Dirk Lässig/BVD

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