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Die erste Bundesrichterin

Margrith Bigler-Eggenberger (*1933) war die erste Bundesrichterin der Schweiz. 1974, drei Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts, wurde sie nur knapp zum Mitglied des Bundesgerichts gewählt. Sie blieb 17 Jahre lang die einzige Bundesrichterin in der Schweiz. Die Juristin, die sich nie einschüchtern liess, war eine Vorkämpferin für die Gerechtigkeit und für die Sache der Frauen. So setzte sie sich für den straffreien Schwangerschaftsabbruch ein. »Mörderin ins Bundesgericht« titelte daraufhin das CVP-Parteiblatt Ostschweiz. 30 Jahre später, 2002, wurde die Fristenregelung vom Volk angenommen.

Eines ihrer beruflichen Höhepunkte war die Verhandlung über Lohngleichheit im Jahr 1977. Eine Lehrerin hatte staatsrechtliche Beschwerde wegen Lohndiskriminierung eingereicht – und das Bundesgericht gab ihr recht.

Die Menschenrechte sind für Margrith Bigler-Eggenberger unverzichtbar. Ihr Mann hat nur mit viel Glück ein Nazi-Konzentrationslager überlebt.

Foto: Cécile Oberholzer

> Wikipedia über Margrith Bieler-Eggenberger

Geschichte der Frauenbewegung

Die Gosteli-Stiftung, welche im Jahr 1982 von Marthe Gosteli (1917 – 2017) gegründet wurde, ist Trägerin des Archivs zur Geschichte der Schweizer Frauenbewegung. Silvia Bühler ist Leiterin der Sammlung.

Frau Bühler, Sie betreuen das Archiv zur Geschichte der Schweizer Frauenbewegung. Welche sind die Hauptanliegen der Stiftung?

Silvia Bühler: Die Gosteli-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, den vielen vergessenen Frauen ein Gedächtnis zu geben, die Erinnerungen an ihr Tun lebendig zu halten und dies im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

In der Schweiz hatten Frauen bis 1971 kein Stimm- und Wahlrecht. Trotzdem organisierten sie sich bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Vereine und anderen Gruppierungen. Dieses Engagement wurde in Vereinsarchiven und vielfältigen Publikationen dokumentiert. Wir betreuen seit 1982 die Unterlagen und sind quasi das Gedächtnis der Schweizer Frauen.

Zu finden sind bei uns Archive von über 200 Frauenorganisationen und die Nachlässe von gegen 200 Frauen, die in der Schweiz in den letzten zwei Jahrhunderten in Politik, Wirtschaft, Kultur, Bildung, Gesellschaft oder Familie eine wichtige Rolle gespielt haben. Ergänzt werden diese Archivalien mit einer Fachbibliothek und einer Zeitungsausschnitts-Sammlung, die seit 1924 geführt wird. Das Archiv erfährt immer noch Zuwachs und wir erfassen die Dokumente laufend in Online-Katalogen.

Welche Frauen sollten unsere Leser_innen unbedingt kennen?
Alle, die von ihrer Sache überzeugt waren – und die sich für ihre Anliegen eingesetzt haben. Viele von ihnen sind in unserem Archiv dokumentiert!

> Gosteli-Stiftung 

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AUSSERDEM  

Ausstellung Schloss JegenstorfVom 9. Mai bis 14. Oktober 2018 stehen im Schloss Jegenstorf die Frauen im Zentrum. In der Sonderausstellung »Unsere Frauen. Im Schloss gelebt, gedient, gehütet« werden Schlossherrinnen, aber auch Wäscherinnen, Dienstmädchen und Köchinnen vorgestellt. Ein Teil der Ausstellung wird durch die Gosteli-Stiftung konzipiert, die Porträts von spannenden Frauen aus ihren Beständen zeigt.

Der Musik vertrauen

Corin Curschellas ist Sängerin, Komponistin, Songwriterin und Autorin. Die kreative Bündnerin spielt Piano, Dulcimer, Ukulele, Akkordeon und Perkussion und singt in sieben Sprachen – vor allem jedoch Rätoromanisch. Sie hat zahlreiche Preise gewonnen. Unter anderem war sie nominiert für den Grossen Preis der Musik vom Bundesamt für Kultur (BAK).

Frau Curschellas, was ist das Schöne an Ihrer Tätigkeit als Musikerin?

Corin Curschellas: Für mich ist »Musikerin sein«, eine Berufung und kein Business. Ich habe die Talente, die mir in die Wiege gelegt wurden, einfach entwickeln, auswickeln, ausbreiten und in verschiedene Richtungen auswallen können im Laufe der vielen Jahre. Zudem hatte ich das Glück, für meine Projekte immer wieder wunderbare Musiker_innen zu finden, sowie ein kostbares Publikum, welches bewusst nicht den Mainstream sucht, sondern »das Besondere« schätzt. Schön ist, dass es ein langer Weg geworden ist, ohne Abkürzungen. Dem Rand entlang, – da habe ich meine Nische gefunden. Ich konnte mir Zeit lassen für meine künstlerische Entwicklung, denn es gab keinen Zwang von aussen. Natürlich verdiene ich mit Singen und Spielen mein Brot, doch ich bin frei, weder gebunden an einen Manager noch an ein Label, welche mir den Parcours vorschreiben. Selbstverständlich kenne ich harte Zeiten, Durststrecken und steinige steile Phasen in unwegsamem Gelände, aber da ich mich am inneren Kompass orientiere, der wahrhaftigen Musik und meinen Geistesblitzen vertraue, findet sich immer ein Weg.

Weiterführende Links:

> Webseite der Musikerin

> Corin Curschellas, Wikipedia

> Corin Curschellas gewinnt den Kulturpreis des Kantons Graubündens 2018. Feier der öffentlichen Preisübergabe: 15. Juni 2018 um 17h in Ilanz / Kloster Dominikanerinnen

> Frauenkulturarchiv Graubünden, Chur
Der künstlerische Nachlass von Corin Curschellas (Printmedien, Artikel, Rezensionen, Fotos, Videos) ist dort archiviert und öffentlich zugängig.

Gehirnaktivität korrigieren

Prof. Dr. Nicole Wenderoth (*1970) ist Professorin für Neuronale Bewegungskontrolle am Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie der ETH Zürich. Sie erforscht wie das menschliche Gehirn Verhalten kontrolliert und entwickelt neue Verfahren um diese Prozesse gezielt zu beeinflussen. Solche Neuromodulationsverfahren verwenden sensorische Reize, Elektro- oder Magnetstimulation die nicht-invasive, d.h. durch den intakten Schädel wirken und Hirnströme beeinflussen. Zukünftige Technologie werden diese Verfahren in Echtzeit auf die Gehirnaktivität abstimmen um pathologisch veränderte Gehirnaktivität zu korrigieren, zum Beispiel während der Erholung von einem Schlaganfall zu unterstützen, oder um Schlafphasen zu optimieren.

Frau Wenderoth, Sie erforschen, wie unser Gehinr tagsüber oder im Schlaf stimuliert werden kann. So sollen neue Therapien entstehen. Kann Neuromodulation auch zur raschen Stressreduktion eingesetzt werden?

Prof. Dr. Nicole Wenderoth: Die Neuromodulation steckt momentan noch in den Kinderschuhen. Im Labor beginnen wir langsam die Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologie zu verstehen und erste vielversprechende Anwendungsfelder zu definieren. Nach meiner Einschätzung liegt eine Anwendung zur Stressreduktion aber noch relativ weit in der Zukunft, auch weil wir noch nicht genug darüber wissen wie Stress entsteht.

Weiterführende Links:

> ETH Zürich, Prof. Dr. Nicole Wenderoth
> YouTube-Videos mit Nicole Wenderoth

Ballonfahrerinnen

Nicole Vogel (*1989), Ärztin und Ballonpilotin. Mitglied der Schweizer Heissluftballon-Nationalmannschaft.

Corinne Nacht-Vogel (*1991), Juristin und Ballonpilotin. Co-Pilotin bei Heissluftballon-Meisterschaften.

Nicole Vogel und Corinne Nacht-Vogel, bei Ihrer ersten Ballonfahrt mit Ihren Eltern sassen Sie noch im Kinderwagen. Worin besteht die Faszination des Ballonfahrens?

Nicole Vogel: Besonders faszinierend am Ballonfahren ist das Zusammenspiel von Technik und Natur. Ballonfahren ist eine Reise mit dem Wind, schwebend über unserer Welt, der wir für ein paar Stunden entfliehen. Der Genussfaktor des Ballonfahrens ist unbeschreiblich hoch und jede Ballonfahrt ist einzigartig.
Während wir durch das Erhitzen der Luft im Ballon die Fahrthöhe bestimmen, ist unsere Fahrtrichtung und Geschwindigkeit alleine von der Windströmung abhängig. Es gilt, die auf unterschiedlichen Höhen herrschenden Windströmungen optimal zu nutzen und so die gewünschte Fahrtrichtung oder ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Man muss lernen, sich der Natur anzupassen und subtile Veränderungen und Einflüsse zu spüren und zu deuten.
Im Wettkampf erlebe ich immer wieder herausfordernde Situationen, bei denen ich meine ganze Erfahrung und mein ganzes Können einsetzen muss. Manchmal geniesse ich aber auch einfach die Ruhe und der Abstand vom Alltag.

Corinne Nacht-Vogel: Vor allem im Ballon-Wettkampfsport ist das Zusammenspiel von Technik und Natur sehr intensiv. Als Co-Pilotin ist es meine Aufgabe mithilfe von Computer, GPS und den verfügbaren Windinformationen möglichst genau an das nächste Ziel zu navigieren und so meine Schwester bei der Wahl der richtigen Fahrthöhe zu unterstützen.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor an Ballon-Meisterschaften ist auch die gute Zusammenarbeit untereinander. Im Ballon sind wir darauf angewiesen, von unserem Boden-Team konstante Informationen über die aktuellen Windrichtungen zu erhalten. An internationalen Wettkämpfen ist auch die Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Nationalmannschaft sehr stark und trägt immer wieder dazu bei, dass wir im Schweizer Team Erfolge feiern dürfen.

Gibt es eine Ballonfahrt, die Sie als Ihre schönste Ballonfahrt bezeichnen würden?

Nicole Vogel: Es ist schwierig, die schönste Ballonfahrt auszuwählen. Wie gesagt: Jede Ballonfahrt ist auf ihre Weise besonders schön. Fahrten über die verschneiten Alpen oder auch in fernen Ländern wie über den Pagoden von Bagan in Burma oder den Reisfeldern von Japan sind einzigartig. Speziell in Erinnerung geblieben ist mir aber ein Start aus dem Zürcher Letzigrund-Stadion vor einigen Jahren. Normalerweise sind Fahrten über die Stadt Zürich nicht möglich, da der Flughafen Zürich dieses Gebiet für An- und Abflüge braucht. Im Rahmen eines Jubiläumsanlasses konnten wir jedoch einen Nachtstart aus dem Stadion machen. Über die noch ruhige Stadt zu fahren und das Erwachen in den Strassen von oben zu betrachten war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Weiterführende Links:

> MM Ballonteam
> Schweizerischer Ballonverband

Historisches:

Käthe Paulus (*1868), eine Pionierin der Luftfahrt, war die erste deutsche “Berufsluftschifferin”, Luftakrobatin – und Erfinderin des zusammenlegbaren Fallschirms.

Jeannette Ridlon Piccard (*1895), war die erste lizenzierte Ballonpilotin in den USA und die erste Frau, die bis in die Stratosphäre flog.

© Ballonfoto: Karin Aeschlimann

Ausstieg und Neubeginn

Regula Jaeger (*1962) beschloss eines Tages, ihr Leben zu ändern. Nach einer 18-monatigen Auszeit war ihr klar, dass sie Outdoor-Aktivitäten anbieten will.

Frau Jäger, Sie haben Ihr Leben von einem Tag auf den anderen umgekrempelt, wie kam es dazu?

Regula Jäger: Das ist eine Weile her. Ich war 40 und hatte plötzlich keine Freude mehr an meinem Beruf. Mein eigenes Coiffeurgeschäft lief gut, ich hatte Angestellte, bildete Lernende aus und war auf Wochen ausgebucht. Doch alles wiederholte sich. Sogar die Frisurentrends.
Mein Alltag war mir zu eng geworden. Ich wurde müde, und ich merkte: Nein, das kann es nicht gewesen sein. Ich will mein Leben mit Freude leben, ich muss etwas ändern. Also verkaufte ich das Geschäft, ohne einen Plan zu haben, was danach kommen sollte. Neben der Arbeit hatte ich nicht viel anderes gemacht und ich hatte keine Ahnung, was mir sonst noch Freude machen könnte. Also kaufte ich mir ein GA und schaute, wo es mich hintreibt. Endlich hatte ich Zeit für mich.
Während dieser Zeit war ich viel an der frischen Luft unterwegs. Ich machte Wanderungen, im Winter Skitouren. Nach und nach war mir wieder wohl in meiner Haut. Ich wurde fit, fühlte mich lebendig und sogar die Schlaflosigkeit verschwand.
Es war der Tipp eines ehemaligen Kunden, der mich zur Erlebnispädagogik-Ausbildung hinführte. Danach wusste ich: Das macht mir solche Freude, genau das will ich beruflich tun. Und das tue ich nun seit 13 Jahren.

Von Februar bis November 2015 bin ich von zu Hause über alle Berge bis nach Genf gegangen. Es war eine Etappenwanderung. Also, ich lief in Etappen und fuhr immer wieder mit dem Zug nach Hause zurück. Über die gemachten Erfahrungen während dieser Zeit ist ein Buch erschienen.

Weiterführende Links:

> Wildwechsel, Webseite von Regula Jaeger
> Fussgang, Buch über die Wanderung nach Genf

Schwerelos im Wasser schweben

Gabi Müller, Dr. phil. II, Biologin, taucht seit 1987. Mehrere Jahre lang reiste sie jeweils für drei Monate auf die Philippinen, um dort als Tauchguide zu arbeiten.

Frau Müller, wie haben Sie das Tauchen für sich entdeckt? Und was fasziniert Sie daran?

Gabi Müller: Als ich klein war, fuhr ich mit meiner Familie fast jeden Sommer nach Istrien ans Meer, wo mir mein Vater das Schnorcheln beibrachte. Schon damals liebte ich es, Tiere zu beobachten und ich bedauerte, dass ich beim Schnorcheln nach dem Abtauchen so schnell wieder an die Oberfläche musste, um Luft zu holen. Später erlernte ich das Tauchen mit Flasche.
Gemeinsam mit den Seegurken (Unterwassersportclub) tauchte ich mehrere Jahre lang und bei jeder Witterung im Zürichsee. Ausserdem gab ich Biologiekurse für Taucher_innen. Süsswassertiere sind nicht so bunt und gross wie die Tiere im Meer aber genauso interessant. In unseren Seen gibt es zum Beispiel Schwämme und Süsswasserpolypen, die mit Korallen verwandt sind. Bei Nachttauchgängen sind ausserdem viele Fische zu sehen.
Mit der Zeit habe ich dann die tropischen Meere für mich entdeckt, weil dort das Wasser wärmer ist und ich ohne Kopfhaube und Handschuhe tauchen kann, was mehr Bewegungsfreiheit gibt.

Warum ich vom Tauchen fasziniert bin? Ich kann die Unterwasserwelt hautnah erleben und beobachten. Wenn ich mich still verhalte, kommen die Fische und Schildkröten so nah, dass ich sie berühren könnte. Sie wollen schauen, was für ein grosser »Fisch« da in ihrem Revier schwimmt. Unter Wasser herrscht absolute Stille. Nur die eigene Atmung ist zu hören, als sei man alleine auf dieser Welt. Mit etwas Technik, lässt es sich schwerelos im Wasser schweben. Bei starker Strömung habe ich das Gefühl, durch die Weltmeere zu fliegen.

Welche Frauen sollten unsere Leser_innen noch kennen?

Erst kürzlich habe ich das Buch »Breaking Trail« von der Chemikerin und Bergsteigerin Arlene Blum (*1945) gelesen. Sie hat 1978 das erste reine Frauenteam auf die Annapurna geführt. Ausserdem hat sie entdeckt, dass gewisse Flammschutzmittel, die zum Beispiel in Babyprodukten enthalten waren, krebserregend sind. Arlene Blum hat deren Verbot durchgesetzt.

> Arlene Blum (engl.)

 

Lebensphasengerechtes Arbeiten

Prof. Dr. Gudrun Sander (*1964), Titularprofessorin, Direktorin Kompetenzzentrum Diversity & Inclusion Universität St. Gallen und Programmverantwortliche für das Weiterbildungsprogramm »Women Back to Business«

Männer und Frauen, die nicht Vollzeit arbeiten, haben es schwerer, Karriere zu machen. Die Professorin plädiert für ein Umdenken in der Arbeitswelt und für  lebensphasengerechtes Arbeiten.

Frau Dr. Sander, wie sieht lebensphasengerechtes Arbeiten aus?

Prof. Dr. Gudrun Sander: Lebensphasengerechtes Arbeiten heisst, dass auf die verschiedenen Lebensphasen der Mitarbeitenden Rücksicht genommen wird. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass die grossen Karriere- oder Entwicklungsschritte nicht gerade in den »Rush Hours of Life« stattfinden müssen, also dann, wenn die Mitarbeitenden in der Familiengründungsphase sind. Ich stelle mir lebensphasengerechtes Arbeiten so vor: Nach der Ausbildungszeit haben die jungen Menschen Lust, sich voll in einem Unternehmen oder in einer NPO zu engagieren. Sie arbeiten viel, falls notwendig reisen sie auch. Dann folgt vielleicht die Phase der Familiengründung. Die Eltern reduzieren ihre Arbeitszeiten, um gleichzeitig auch Zeit für die Betreuung der Kinder aufzubringen. Wenn die Kinder grösser sind, starten sie nochmals durch, machen Auslandseinsätze, eine Weiterbildung und einen nächsten Karriereschritt. Gegen Ende der Erwerbstätigkeit reduzieren sie ihr Arbeitspensum wieder, machen Co-Leitungen oder bauen vor allem jüngere Mitarbeitende auf. Wenn wir zukünftig 60 Erwerbsjahre vor uns haben werden, müssen diese flexibler werden und auch Unterbrüche, Quereinstiege, mehrmalige Aus- und Weiterbildungen Platz haben.

Weiterführende Links:

> Prof. Dr. Gudrun Sander, Universität St. Gallen
> Diplomprogramm »Women Back to Business«

«Ich kann mich schreibend austoben»

Sybil Schreiber, Kolumnistin, Kursleiterin, Schriftstellerin

Sybil Schreiber und ihr Mann Steven Schneider schreiben seit über 18 Jahren die Paar-Kolumne «Schreiber vs. Schneider» in der Coop-Zeitung. Daneben geben sie Schreibkurse und treten live mit ihrem aktuellen Programm «Mein Leben als Paar auf». Erst kürzlich ist Sybil Schreibers Prosadebut erschienen: «Sophie hat die Gruppe verlassen». Sie ist damit an die Solothurner Literaturtage eingeladen.

Frau Schreiber, wie ist es für Sie seit 18 Jahren Ihr Privatleben mit der deutschen Schweiz zu teilen?

Sybil Schreiber: Ein grosses Vergnügen! Denn das, was wir erleben, erleben so viele Menschen in jeder Beziehung. Das ist durchaus tröstlich … Viele Lesende bedanken sich bei uns, dass wir aus unserem Leben schreiben. Das motiviert enorm. Unsere Kolumne stellt den Alltag in den Mittelpunkt, ein Thema, das sonst in den Medien meist nur negativ belastet ist. Schade, denn Alltag ist fast unser ganzes Leben, und da steckt neben Unspektakulärem auch viel Liebenswertes und Witziges drin. Wir erzählen jedenfalls voller Selbstironie von den Stolpersteinen in einer langjährigen Beziehung.
Doch neben der Paarkolumne, unserem Wir-Projekt, brauchen wir auch Ich-Projekte. Meines ist grad eben erschienen. Das literarische Schreiben ist mein eigenes Zimmer, in dem ich mit meiner Fantasie, meinen Beobachtungen, Erinnerungen und Gefühlen auf Buchstabenreisen gehe. Ein Ort, an dem ich mich sehr wohl fühle und richtig austoben kann. Diese Freude wollen wir auch in unseren Schreibkursen vermitteln. Denn wir sagen immer, jedes Menschleben steckt voller Geschichten. Wir helfen dabei, diese zu finden und in Worte zu fassen.

Welche Frauen sollten unsere Leser_innen unbedingt kennen?

Klingt vielleicht seltsam, aber meine Sophie finde ich spannend, die Titelheldin meines Buches. Sie ist ein Mensch voller Sehnsucht – «sehnen» und «suchen» stecken in diesem gefühlvollen Wort. Sie liebt auf ganz besonders einsame Weise. Aber es fallen mir so viele Frauen aus dem richtigen Leben ein. Eine, die mich durch ihre Poesie und Lebenskraft beeindruckt: Brigitte Trümpy, die Familien in Sturmzeiten hilft.

Weiterleitende Links:

> Webseite von Sybil Schreiber und Steven Schneider
> Coop-Zeitung www.coopzeitung.ch
> Sophie hat die Gruppe verlassen / Salis Verlag
> Brigitte Trümpy, Sternentaler

Instagram-Stars

Sylvia Michel, Fotografin und DJane

Sylvia Michel (*1972), ist als Fotografin und DJane tätig. Sie und  ihr weisser Schäferhund Rasta (*2014) sind Instagram-Stars.
Die Fotografin hat dieses Jahr den Swiss National Award bei den Sony World Photography Awards gewonnen.

Frau Michel, Sie haben viele Berufe ausgeübt. Wie kam es dazu und wie wurden Sie und Rasta so beliebt auf Instagram?

Sylvia Michel: In meinem Leben habe ich immer versucht, das zu tun, was mir Freude macht. Dabei konnte ich mich stets von der Intuition leiten lassen. Wichtig scheint mir, auf die innere Stimme zu hören und Selbstvertrauen zu haben. In jungen Jahren absolvierte ich eine KV-Lehre, was aber nichts für mich war. Ein halbes Jahr lang besuchte ich eine Kunstschule, ich arbeitete als Babysitterin, habe Pferde ausgebildet und war schon früher als DJ tätig. – Vor 20 Jahren als einzige Frau auf weiter Flur. Dann machte ich einen Abstecher ins Gastgewerbe. Später war ich Moderatorin bei Radio Top. Immer wieder habe ich Ausbildungen absolviert. Ich bin zum Beispiel auch ausgebildete Hypnosetherapeutin und Coach. Stets habe ich das getan, was Spass und Lust macht und für mich war das genau richtig.
Wie Rasta und ich auf Instagram so beliebt wurden? Das kann ich gar nicht sagen. Es ist einfach so passiert. Vielleicht mögen die Menschen das Authentische an Rasta und mir – oder sie mögen es, dass wir beide das Schöne der Welt zeigen möchten. Wir haben jeden Tag viel Spass und nehmen das Leben nicht so ernst. – Das scheint ansteckend zu sein. 🙂

Weiterführende Links:

> Sylvia Michel, michelphotography
> DJ Bazillus
> Sylvia Michel auf Instagram
> Rasta (rastawhiteshepherd) auf Instagram